Chronik des Vereins

Über die Gründung der Schützengesellschaft "Frohsinn" 1884 Höhenkirchen e.V. und die ersten Jahrzehnte des Bestehens gibt es keine Aufzeichnungen mehr. Aus Fahnenbändern konnte jedoch das Jahr 1884 als Gründungsjahr identifiziert werden. Gründer des Vereins müssen Forstgehilfen, Handwerksburschen und Bauern gewesen sein. Um 1900 wurde ein erster Schießstand in der heutigen Schießstättstraße errichtet. Dort wurde auf Scheiben und Adler geschossen. Mit Ausnahme eines alten, lückenlos von 1926 bis 1942 geführten Kassenbuches und einigen Fotografien ist nur wenig Quellenmaterial aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg vorhanden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Gründung von Schützenvereinen von den Alliierten zunächst verboten und später nur mit erheblichen Auflagen gestattet worden. Das Auftauchen der Schützenkette, die durch den vor dem Zweiten Weltkrieg amtierenden Schützenmeister Hans Ach unter Mithilfe seiner Enkelin Rosl von den Kriegswirren gerettet werden konnte, war Anlass für die Wiedergründung des Vereins. Die Gründungsversammlung, zu der 38 interessierte Höhenkirchner Bürger kamen, fand am 8. November 1950 beim damaligen „Hauserwirt“ statt. Zum ersten Schützenmeister wurde Georg Däumling gewählt. Schriftführer wurde der Gemeindeschreiber Xaver Schmid, der dieses Amt bis 1966 innehatte. Für den Schießbetrieb wurden anfangs  Gaststube und Küche des „Hauserwirt“ zweckentfremdet bis später der Saal beim „Hauserwirt“ herhalten musste. Nach dem es zu einem geplanten Bau des Schützenheims auf dem Hauser Anwesen nicht kam, konnte der von Oktober 1961 bis 1972 amtierende Schützenmeister  Heinrich Spiegel seinen Vorgänger (und zwischenzeitlichen) Stellvertreter Georg Däumling als neuen Herbergsvater gewinnen. Dieser stellte seinen Keller, der zu einem Schießstand mit Aufenthaltsraum umfunktioniert wurde, zur Verfügung. Gemütlichkeit und Geselligkeit entwickelten sich unter dem ersten Vereinswirt Franz Eder und unter seinem Nachfolger Sepp Schön in einem bisher nicht gekannten Maße. Die Schießabende dauerten in der Regel bis zum frühen Morgen.

Zwischenzeitlich hatte sich das Schützenwesen im Landkreis München und vor allem die sportliche Komponente unter dem 1. Sektionsschützenmeister Josef Schmuck aus Hohenbrunn, der von 1962 bis 1990 dieses Amt ausfüllte, weiter entwickelt. So nahm auch die Attraktivität des Schießsports zu und das Domizil der Höhenkirchner Schützen im „Däumlingkeller“ wurde zu klein.

Mit dem Anfang der siebziger Jahre erfolgten Bau des Sport- und Freizeitzentrum Höhenkirchen an der Sportplatzstraße konnten auch die Schützen ihr neues Vereinsheim im Keller des Sportheims beziehen. Mit einer immensen Eigenleistung konnte der von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Rohbau in eine für damalige Verhältnisse äußerst moderne Schießsportanlage für Luftgewehr, Luftpistole und Zimmerstutzen ausgebaut werden. Die neue Schießsportanlage im Keller des Sportheims war zugleich der Aufbruch des Vereins in eine neue Zukunft. Der 1972 neu gewählte 1. Schützenmeister Josef Pauli sen. konnte beginnen, die Jugendarbeit aufzubauen und damit den Grundstein für das weitere Bestehen des Schützenvereins zu sichern und den Schießsport in Höhenkirchen als moderne Sportart zu etablieren. Schützenlegende Ludwig Feeß aus München und sein Nachfolger als Jugendsportleiter Josef Pauli jun. hatten über 25 Jahre die Jugendarbeit geprägt. Den Höhepunkt der Vereinsgeschichte bildete sicherlich das heute noch unvergessene 100-jährige Gründungsjubiläum im Jahr 1984. Über 1400 Schützen aus dem ganzen Landkreis München nahmen an dem erstmals in Höhenkirchen durchgeführten Sektionsschießen teil. Dies war zugleich der Höhepunkt der 15-jährigen Amtszeit von Josef Pauli sen., der 1987 zum Ehrenschützenmeister gewählt wurde. Sein Nachfolger als 1. Schützenmeister wurde Herfried Schreiber, der bis 1993 amtierte. Die von Herfried Schreiber angestoßene Erweiterung des Schützenkellers im Sportheim konnte erst sein Nachfolger im Amt des 1. Schützenmeisters Josef Pauli jun. unter großen Einsatz von Eigenleistungen der Schützen umsetzen.

Im Jahr 2002 übernahm Siegfried Huber jun. von Alfred Heinzl (1. Schützenmeister von 1999 – 2002) die Leitung des Vereins. Mit dem Neubau der Freizeittagesstätte Blue Box durch die Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn wurde den Frohsinnschützen von der Frau Ersten Bürgermeisterin Ursula Mayer die Möglichkeit eines neuen Schützenkellers eingeräumt. Siegfried Huber, der selbst durch hervorragende schießsportliche Leistungen 2007 den Grundstein für den Aufstieg der ersten Wett-kampfmannschaft in die Bezirksliga ermöglichte, witterte die erneute Chance zu einer zukunftsweisenden Modernisierung der Schießsportanlagen. Wiederum konnte durch einen unermüdlichen Arbeits- und Materialeinsatz der Frohsinnschützen eine moderne Vereinsanlage errichtet werden. Mit vier vollelektronischen Schießbahnen und spezieller EDV-gestützter Aus-wertungssoftware hat auch das Computerzeitalter einen so traditionsreichen Verein wie die Schützengesellschaft Frohsinn erreicht. Mittlerweile hat auch das Auflageschießen, das insbesondere die älteren Mitglieder begeistert, im Verein Einzug gehalten. Zunehmender Beliebtheit erfreut sich auch das Schießen mit Luftpistole, wovon die jüngsten Meisterschaftsergebnisse Zeugnis geben. Mit dem neuen Vereinswirt und Luftpistolenreferenten Ekkehardt Siegmund finden auch zukünftig Schießsport, Tradition und Gemütlichkeit ihren angemessenen Platz in den vielfältigen Vereinsaktivitäten. 

2014 beging der Schützenverein im kleineren Rahmen seine interne Feier zum 120 - jährigen Bestehen

Seit 16. September 2011 (wiedergewählt in 2014 und 2017) leitet Dr. Rudolf Pauli als 1. Schützenmeister die Geschicke des Vereins.